Liebe Mitglieder der Klima-Allianz Deutschland, liebe Abonnent*innen, die extreme Hitze am letzten Juniwochenende hat uns einmal mehr vor Augen geführt: Klimaschutz schützt vor allem uns Menschen. Während viele im Schatten Zuflucht suchen konnten, wurden die Folgen der Erderhitzung für andere zur unmittelbaren Gesundheitsgefahr. Dabei wäre diese Hitzewelle noch vor wenigen Jahrzehnten deutlich weniger heftig ausgefallen: Im Jahr 1976, als die menschengemachte Erderwärmung noch unter 0,5 Grad lag, wäre eine ähnliche Hitzewelle tagsüber rund 3,5 °C kühler gewesen. Besonders betroffen waren diejenigen, die ohnehin schon die größten Belastungen tragen: Menschen mit geringem Einkommen in dicht bebauten Stadtvierteln ohne Klimaanlagen und Parks, Kinder, ältere und vorerkrankte Menschen. Und auch diejenigen, die uns schützen und versorgen – Sanitäter*innen, Pflegekräfte, Ärzt*innen und Katastrophenschützer*innen – arbeiteten an diesem Wochenende über ihre Belastungsgrenzen hinaus. Diese Gruppen tragen nicht nur die größten Folgen der Klimakrise. Sie sind auch besonders belastet von den Kosten unserer fossilen Abhängigkeit. Wer jeden Euro zweimal umdrehen muss, kann steigende Spritpreise nicht einfach auffangen. Wer zur Miete wohnt, kann oft nicht selbst entscheiden, ob die Heizung künftig auf klimafreundliche und damit im Betrieb günstigere Technologien umgestellt wird oder weiterhin mit teurem Gas läuft. Deutschland importiert jährlich fossile Energieträger im Wert von rund 80 Milliarden Euro, also etwa 1.000 Euro pro Kopf. Und gerade in Krisenzeiten wie in diesem Jahr ist aufgrund des Iran-Kriegs mit deutlich höheren Ausgaben zu rechnen, an denen vor allem Öl- und Gasunternehmen verdienen. So wurde beispielsweise der Tankrabatt beim Diesel nur zu ca. 70 % an die Konsumenten weitergegeben. Statt nur das Symptom zu bekämpfen, sollten wir endlich die Ursache angehen. Statt wie aktuell wichtige Fortschritte bei der Energie- und Wärmewende auszubremsen, sollte die Bundesregierung den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen. Denn die Lösungen liegen längst auf dem Tisch: Das wirksamste Mittel gegen hohe Energiepreise ist die schrittweise Abkehr von Öl und Gas. Darin sind sich Kirchen, Sozial- und Gesundheitsorganisationen, Gewerkschaften, Katastrophenschutz und Umweltverbände einig. Gemeinsam fordern sie von der Bundesregierung: Jetzt muss die Politik endlich konsequent handeln. Der Ausstieg aus Öl und Gas ist eine soziale, wirtschaftliche und sicherheitspolitische Notwendigkeit. Das Bündnis fordert mehr Tempo bei der Energiewende, konsequente Elektrifizierung und eine Senkung der Stromsteuer, mehr Investitionen in den Ausbau von Bus, Bahn und Co. sowie die Unterstützung von Menschen bei der Wärme- und Verkehrswende. Eine wichtige Maßnahme in diesem Kontext wäre es, wenn die Bundesregierung endlich einen Nationalen Klima-Sozialplan (KSP) einreicht. Denn im EU-Klimasozialfonds stehen für Deutschland 5,31 Mrd. (7,1 Mrd. mit Eigenanteil) bereit. Doch ohne Plan gibt es auch kein Geld. Geld, das vor allem Menschen mit geringem Einkommen dabei helfen könnte, sich von teurem Öl und Gas unabhängiger zu machen und sich für nachhaltige Lösungen wie zum Beispiel Rufbusse auf dem Land zu entscheiden – gerade in Zeiten teurer Benzinpreise. Herzliche Grüße
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